Wir Pädagogen wissen: Sich ein Ziel zu setzen, macht nur dann Sinn, wenn man die Zielerreichung misst - nur dann gibt es einen Lernerfolg, nur dann gibt es auch nachhaltige Freude an der eigenen Leistung. Das gilt für die Schülerinnen und Schüler, das gilt aber ebenso für die Organisations- und Unterrichtsentwicklung einer Schule im Ganzen. Ein Schulprogramm und die in ihm dargelegten Ziele werden daher nur dann wirken, wenn sie eine Aussage zur Evaluation der Ziele treffen.

Dabei wissen wir auch, dass die Formulierung und Messung von Zielen für Organisationsentwicklung noch schwieriger ist als die für täglichen Unterricht. Seit etwa drei Jahrzehnten befasst sich die Pädagogik damit, ohne dass dies bislang für die Schulwirklichkeit umfassende und praktikable Lösungen ergeben hat.

Ziele müssen messbar sein - nur was gemessen werden kann, kann auch überprüft werden. Ziele müssen in einer quantifizierten Form formuliert werden; wertende Programmerwartungen müssen in der Weise in nachprüfbare Komponenten aufgelöst werden, dass ihre Zielerreichung beurteilt werden kann.

An der Grundschule Bustedt haben wir bei der Evaluation unserer Ziele einiges erreicht: Zudem sind wir stolz darauf, dass wir sowohl thematisch als auch methodisch erfolgreich Neuland betreten haben. Dadurch erhalten wir aussagekräftige Ergebnisse, die bisher nicht verfügbar waren. Diese kommen nicht nur den Schülerinnen und Schülern individuell zugute, auch prägt sie die Lernkultur an unserer Schule.

So führen wir im Bereich neue Medien seit einigen Jahren eine aussagekräftige und strukturierte Selbstevaluation durch. Es beteiligen sich Kinder ebenso wie Eltern. Dabei werden Kenntnisse und der Lernzuwachs ebenso wie die Zufriedenheit ermittelt. Wir stellen fest, wie das Instrument der strukturierten und jährlich fortgeschriebenen Selbstevaluation den Ehrgeiz zu weiterem Lernfortschritt unterstützt; zugleich erhalten wir konkrete Hinweise für die Weiterentwicklung im pädagogischen Bereich und für die Ergänzung der Ausstattung mit Hardware und Programmen. Außerdem können wir an unserer Grundschule konkret belegen, wie sich die gesellschaftliche Entwicklung einer weitgehenden Digitalisierung sinnvoll in den pädagogischen Alltag integrieren lässt.

Parallel dazu evaluieren wir nach einer anfänglichen Erprobungsphase auch im Bereich Kunst und Handwerk regelmäßig und mit Selbstverständlichkeit die pädagogischen Schritte: Schülerinnen und Schüler sowie Eltern haben es gelernt, sich nach jedem WERK-Tag zu den Lernfortschritten, zur von ihnen zu bewältigenden Schwierigkeit beim Umgang mit Techniken, zu ihrer Zufriedenheit und zu ihren weiteren Interessen zu äußern. Das Kollegium hat gelernt, durch eine früher völlig ungewohnte Form der systematischen Erhebung bei Schülerinnen und Schülern die pädagogischen Ziele und Schwerpunkte immer wieder neu zu stecken. Und wir alle haben erneut gelernt, dass auch Kinder im Grundschulalter sehr wohl in der Lage sind, qualifiziert, sinnvoll und konkret einen Beitrag zur pädagogischen Entwicklung einer Schule zu leisten.

Auch im Bereich Diagnose/Förderung hat die Evaluation im Bereich des Rechtschreibbandes Handlungsfelder aufgesetzt, der wir nun im Schulajhr 2009/2010 durch die Implementierung eines eigenen Konzeptes begegnen wollen. Dabei sollen die Kinder nach ausgiebiger, standardisierter Diagnosik sich ihres Lernfortschrittes, aber auch der verbleibenden Trainigsfelder bewusst werden. Nur so kann es ihnen gelingen, zielgerichtet an einem Wissenszugewinn zu arbeiten. Das dafür von uns erstellte Übungsmaterial ist vielschichitg, da es verschiedene Sinne aktiviert und dadurch die Merkfähigkeit bei jedem Kind erhöht.

Weiterhin bilden wir uns bei neuen Methoden der Evaluation fort und möchten fortlaufend unsere Bewertungsverfahren auf Verbesserungsmöglichkeiten hin überprüfen. Naturgemäß sind wir besonders auch an der Teilnahme an externen Evaluationen interessiert. Wir haben an SEIS teilgenommen, einem Pilotprojekt der Bertelsmann Stiftung zur Selbstevaluation von Schule. Dabei freuen wir uns stets über stimmige Ergebnisse. Im letzten Jahr haben wir uns auch freiwillig der Überprüpfung durch das Ministerium für Schule und Weiterbildung gestellt und als einzige Schule im Kreis Herford das Gütesiegel "Individuelle Förderung" erhalten als Wertschätzung unserer Arbeit.

Vor allem aber achten wir auf Hinweise für weitere Verbesserungsmöglichkeiten, denn wir wissen: Nichts ist so gut, dass es nicht noch besser werden könnte!